MFA-Bypass

Was ist MFA-Bypass?

Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) schützt Konten, indem neben dem Passwort ein zweiter Faktor verlangt wird – z. B. ein SMS-Code oder eine App-Bestätigung. MFA-Bypass bezeichnet Techniken, mit denen Angreifer diesen Schutz gezielt umgehen. Trotz aktivierter MFA können Konten kompromittiert werden, wenn die verwendete Methode oder das Nutzerverhalten Schwachstellen bietet.

Angriffstechniken

😴

MFA Fatigue (Push-Bombing)

Der Angreifer kennt bereits Benutzername und Passwort und sendet automatisch Dutzende von MFA-Push-Anfragen. Das Ziel bestätigt irgendwann aus Versehen oder Erschöpfung.

📡

SIM-Swapping

Der Angreifer überredet den Mobilfunkanbieter, die Telefonnummer des Opfers auf eine eigene SIM-Karte zu übertragen – und erhält damit alle SMS-Codes.

🎣

Real-Time Phishing (MITM)

Eine gefälschte Webseite leitet die Anmeldedaten und den MFA-Code in Echtzeit weiter. Werkzeuge wie Evilginx machen dies automatisiert möglich.

🔑

Session-Token-Diebstahl

Nach erfolgreicher MFA-Anmeldung stiehlt Malware das Browser-Cookie. Mit diesem Token kann der Angreifer die MFA-Abfrage vollständig überspringen.

📞

Social Engineering

Der Angreifer ruft das Opfer an und gibt sich als IT-Support aus. Er bittet um Weitergabe des gerade empfangenen MFA-Codes – «zur Überprüfung».

⚙️

SS7-Angriff

Schwachstellen im veralteten Telefonprotokoll SS7 ermöglichen das Abfangen von SMS-Nachrichten – ohne Zugriff auf das Gerät des Opfers.

Demo: MFA Fatigue Angriff

Der Angreifer kennt dein Passwort und bombardiert dich mit MFA-Anfragen. Klicke immer auf «Ablehnen» – oder beobachte, was passiert wenn du einmal «Bestätigen» tippst.

Dein Smartphone

📱
Anmeldebestätigung
SafeNet Security App
Jemand versucht, sich mit deinem Konto anzumelden.
Standort: Moskau, RU
Gerät: Unbekannt
Angreifer-Log 0 Versuche
Warte auf ersten Versuch…

Welche MFA-Methoden sind sicherer?

Nicht alle MFA-Methoden bieten den gleichen Schutz. Von unsicher bis sicher:

Unsicher: SMS-Codes – anfällig für SIM-Swapping und SS7-Angriffe.

Mittel: Authenticator-Apps (TOTP) – sicherer als SMS, aber anfällig für Echtzeit-Phishing.

Sicher: Hardware-Sicherheitsschlüssel (FIDO2/WebAuthn wie YubiKey) – phishing-resistent, da der Schlüssel domain-gebunden ist.

Sicher: Passkeys – ebenfalls phishing-resistent und ohne Passwort – die Zukunft der Authentifizierung.

So schützt du dich

1. Hardware-Schlüssel verwenden: Wenn möglich, nutze FIDO2-Sicherheitsschlüssel (z. B. YubiKey). Sie sind immun gegen Phishing und SIM-Swapping.

2. Push-Anfragen kritisch hinterfragen: Bestätige niemals eine MFA-Anfrage, die du nicht selbst ausgelöst hast. Eine unerwartete Anfrage bedeutet, dass jemand dein Passwort kennt.

3. SMS-MFA wenn möglich ersetzen: Wechsle zu einer Authenticator-App (Google Authenticator, Aegis, etc.) statt SMS-Codes zu verwenden.

4. Nummernabgleich aktivieren: Viele Authenticator-Apps zeigen eine Zahl an, die auch in der Anmeldemaske erscheinen muss – Push-Bombing wird damit deutlich schwerer.

5. Starkes, einzigartiges Passwort: MFA schützt nur, wenn das Passwort nicht der einzige Schwachpunkt ist. Kombiniere beides mit einem Passwort-Manager.